Durchs Wilde Rolwaling im November 2014
Ende 2013 waren wir uns einig. Der Urlaub 2014 soll Trecking in Nepal sein. Da wir nur einen gemeinsamen Termin im November finden konnten, hat HFT für uns 7 eine eigene Reise organisiert. Unsere Wahl fiel auf Rolwaling, weil es dort so schön ruhig und fernab von Touristen sein soll.
1. November – es geht los. Wir treffen uns auf dem Flugplatz Berlin Tegel. Über Abu Dhabi geht es nach Kathmandu wo wir übernachten um dann am nächsten Tag nach Rolwaling aufzubrechen. Weitgehend ist die Straße gut. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt etwa 25 h/km. Aber dann kommt eine Strecke an der die Straße durch einen großflächigen Bergrutsch über einen Kilometer verschüttet ist. Die Bauingenieure und Straßenbauer haben quer durch das lose Geröll eine Hilfsstraße gebaut. Da ist nichts gerechnet. Wir müssen darauf vertrauen, dass das Gefühl der Bauingenieure funktioniert. Aber nicht nur wir, in unserem kleinen Bus, auch die vielen schweren LKWs quälen sich im Schritttempo über diesen Abschnitt.
Hinter Barabise geht es auf einem ganz schmalen Weg in Richtung Einsamkeit. In Karthali ist Schluss. Ab hier müssen wir uns auf unsere Füße verlassen. Die ersten 4 Tage und die letzten 3 Tage unserer Wanderung werden wir nicht einen Touristen treffen, im mittleren Teil dann so um die 4 bis 5 Touristen pro Tag. Wir haben lange herrliche Wanderungen vor uns. Mit einem freundlichen „sam sam“ werden wir immer wieder aufgefordert weiter zu wandern, aber“ bistare“ sprich langsam. Die Landschaften sind wundervoll, märchenhaft. Die Menschen liebenswert, die Pflanzenwelt vielfältig. Unser Guide, unser Runner und die bewundernswerten Porter werden uns in den nächsten Tagen jeden Wunsch von den Augen ablesen, Essen kochen, und besonders wichtig , jederzeit auf uns aufpassen. Wir werden in Lodges übernachten, in local houses und zelten im Hof eines local houses, im Reisfeld, im von unserer Cru schnell vor dem Dunkelwerden abgeernteten Hirsefeld. Die Hunde, die den Tag verdösen, werden in der Nacht unseren Schlaf stören und die Schakale auf Abstand halten. Da man früh in den Schlafsack kriecht ist das aber nicht schlimm. Morgens erwachen alle ausgeschlafen und es wird weiter gehen durchs wilde Rolwaling.
Das Endziel des Trecks ist Dolaka. Wir haben 200 km hinter uns 10000 m ging es hoch und knapp 10000 m auch wieder runter. Unser höchster Punkt war der Tso Rolpa mit 4500 m. Wir haben es geschafft.
Wir , das sind übrigens 5 Frauen und 2 Männer, davon 4 Nepalwiederholungstäter.
Wir waren schon gemeinsam im Langtang und Gosaikund.
Die anderen 3 haben wir auf einem 14 Tage Madairatrek kennengelernt.
Wir waren die explorer. HFT hat erst seit 2014 Rolwaling im Programm und wir waren die Ersten die die ganze Tour gelaufen sind. Es war wunderwunderschön, aber viel anstrengender als all unsere vorangegangenen Trekks. Die Tagestouren sind teilweise recht lang. Durch unsere Fotowut kam letztendlich immer noch ein Stündchen dazu.
Aber jedem, der richtig in das Leben in Nepal eintauchen will, die entsprechende Kondition hat und sich nicht vor längeren Tagestouren fürchtet findet hier den idealen Alternativurlaub.
Aber Achtung, es ist wirklich Wildnis und es gibt keine Restaurants wie im Langtang. Also das Hauptessen besteht aus leckeren Dal bat und Nudeln. Wobei alles immer sehr, sehr lecker war und unser Guide jede Chance genutzt hat unser Speisezettel durch einheimische Produkte zu bereichern.
Seit wir aus Rolwaling zurück sind vergeht kein Tag an dem nicht der Gauri Shankar und die Menschen im Rolwaling, die Geschichten drum herum vor meinem geistigen Auge wieder auftauchen.
Ach ja, wer Geocacher ist, kann am Tso Rolpa einen Cache auf 4500 m loggen und in Kathmandu natürlich auch. Insgesamt gibt es vielleicht 50 Caches im Nepal. Ich hab 2 loggen können, den am Tso Rolpa und einen in Kathmandu. Und schon das war die Reise wert.
