Klaus-Dieter Irrgang aus Mohlsdorf-Teichwolframsdorf

Lebenstraum erfüllt !

In der Zeit vom 31.10. bis 21.11.2014 erfüllte ich mir einen von mir schon lange gehegten Wunsch: Ich wollte einmal im Everest Base Camp stehen. Dieser Wunsch ging nun in Erfüllung. Allein wollte ich mich nicht auf diese Reise begeben, deshalb buchte ich über HFT. Meine vielen Fragen vorab, die gesamte Organisation zeigte mir, dass ich genau die richtige Wahl getroffen hatte. Dafür dem gesamten Team ein herzliches Dankeschön.
Gemeinsam mit sechs Bergbegeisterten brachen wir zu einer dreiwöchigen Trekkingtour auf. In Kathmandu trafen wir unsere Guides Min und Jogi. Professionell und umsichtig organisierten und begleiteten sie unsere Tour. Vom ersten Augenblick an, fühlten wir uns mit ihnen sicher. Dass es kein Spaziergang werden sollte, wurde uns schnell klar. Von Lukla – dem gefährlichsten Flughafen der Welt – ging es zuerst nach Namche Bazar (3450m). Nach einem Akklimatisationstag mussten die ersten aufgeben. Der Heli kam zum Einsatz. Unsere Gruppe schmolz auf vier Personen.

Höhenprobleme können selbst den durchtrainierten Sportler treffen. Wir hatten neben unseren Guides noch vier Träger. Die Arbeit dieser zuverlässigen Nepalesen ist nicht zu unterschätzen. Unsere doch ziemlich schweren Trekkingrucksäcke von Logde zu Logde und ständig bergauf, bergab, teilweise über hunderte Stufen zu transportieren, verlangte schon Kraft und Ausdauer. Zum ersten Mal war ich froh, „nur“ meinen kleinen 14 kg schweren Tagesrucksack auf meinen Schultern zu tragen. Eine überwältigende Fernsicht und ein super Wetter ließen mich- trotz der körperlichen Strapazen- jeden Tag genießen. Über den Cho-La (5400m) gelangten wir nach Dzongla und Lobuche. Die Besteigung des Gokyo Ri (5350m) und des Kala Pattar (5550m) waren weitere Höhepunkte. Vorher hatten wir einen weiteren Akklimatisationstag eingelegt. Diese insgesamt beiden Tage waren richtig und notwendig.

Für uns ergab sich dadurch auch die Möglichkeit, die Kultur in diesen Bergdörfern kennen zu lernen. Sicher hat sich die Lebensweise der Einheimischen aufgrund der touristischen Einflüsse stark verändert. Und trotzdem hat mich die Freundlichkeit der in großer Armut lebenden Menschen tief beeindruckt. Immer wieder trafen wir auf Yaks, die tatsächlich Stufen hinauf oder hinabstiegen. Ihre gefährlich großen Hörner ließen mich bei solchen Begegnungen respektvoll zur Seite springen. Sie sind das wichtigste Transportmittel in diesen Bergregionen. Bei der Überquerung der Hillary-Brücke gingen mir schon einige ehrfurchtsvolle Gedanken an all die berühmten Everestbesteiger durch den Kopf. Ich durfte ein winzig kleines Stückchen auf ihren Wegen laufen.

Immer wieder zeigte sich im Hintergrund der Berg aller Berge , der Everest. Jeden Tag kamen wir dem Ziel etwas näher. Am 16. Trekkingtag hatten wir das EBC erreicht. Irgendwie ernüchternd, „lediglich“ einige Steine und einige Schilder zeigten, dass wir uns am Rande des EBC befanden. Von hier aus starten also fast alle großen Expetitionen. Aber ich wusste es ja aus den Büchern, dass im Herbst das Basecamp verlassen auf den Ansturm im Frühjahr wartet. Enttäuscht war ich also nicht.

Das Gefühl, hier zu stehen, war begleitet von einer Vielzahl von Glückshormonen, die den arg beanspruchten Körper wieder neue Lebensgeister einhauchten. Alles richtig gemacht und vielleicht gerade noch den richtigen Zeitpunkt erwischt. Immerhin feierte ich am Berg meinen Geburtstag jenseits der 60. Es begann der Rückweg, der aber noch ebenso viele tolle Aussichten bot und uns den Abschied von den Bergen leichter machte. Am 20. Tag landeten wir wieder in Kathmandu und der Kontrast zwischen der einzigartigen Natur der Himalayaberge und dieser bunten, lauten quirligen Stadt hätte nicht größer sein können. Gebetsfahnen, Stupas, Pagoden, Klöster, Tempel alles für eine glückliche Wiederkehr vom Sitz der Götter. So hoch oben war ich zwar nicht, aber glücklich über diesen erfüllten Lebenstraum war ich schon.

Klaus-Dieter Irrgang


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